KLINIK OST 

 

 

Das Hauptgebäude der Klinik Ost hat eine Größe von über 9.000m². Davon standen ca. 8.000m² den Patienten zur verfügung. Die Klinik wird immer als Kinderklinik bezeichnet. Das ist auch richtig, aber in der Klinik Ost wurden auch Erwachsene behandelt. Der Ruf der Klinik war unter Flensburgern eher schlecht. Trotzdem waren die Flensburger auf diese Klinik angewiesen, da die Diako Kinder immer an die Klinik Ost geleitet hat. Nach 1984 wurde auch das vordere Gebäude, welches zur Straße liegt mit verwendet. Dadurch konnte die Klinik Ost nun über 200 Patieneten gleichzeitg behandeln und beherbergen. Zu dieser Zeit wurde viel Geld in die Klinik Ost gesteckt. Es wurden im obersten Stockwerk die Wände gedemmt, Fenster wurden ausgetauscht und die Zimmer für die Patienten wurden teilweise komplett saniert. In dieser Hinsicht war die Klinik Ost der Diako um einiges Überlegen. Dies änderte sich 1987, als die Klinik Minuszahlen schrieb und unrentabel wurde. Man schloß das vordere Gebäude (welches zur Straße steht) und hatte nur noch ¾ der ursprünglichen Kapazität. Es wurde lange überlegt, wie man die Klinik weiter betreiben könnte. Dabei kam die Idee auf, das Gebäude an die Diako zu vermieten, da diese nun ebenfalls Kinder behandeln wollte. Doch dieser Plan wurde leider nichts, da die Diako gerne alle Stationen auf einem Gelände haben wollte und ebenfalls war die Klinik Ost einfach zu groß! Somit überlegte man, die Klinik Ost von einer reinen Kinderklinik zu einer normalen Klinik umzustruktuieren. Nach langer Überlegung, musste sich der Klinikleiter eingestehen, dass die Flensburger keine weitere Klinik für Erwachsene brauchten. Das Management hat bereits 1987 beschloßen die Klinik aufzugeben. Ein genauer Termin war allerdings nicht bekannt. Zu dieser Zeit war die Diako dabei, ihre Kinderstation fertigzustellen. Nach Absprache mit der Diako war der Termin auf den Oktober 1989 gefallen. Bereits im Februar 1989 war in der Klinik Ost nur noch das Erdgeschoss besetzt. Der Rest stand leer. Die Patienten der Klinik Ost wurden stück für stück in die Diako verlegt. Im Januar war die Klinik komplett zu! Der Inhaber hatte danach eine vorübergehende Nutzung des Hauptgebäudes für Flüchtlinge genehmigt. Nach 1991 waren auch diese weg und man wusste nicht, was man mit diesem Gebäude machen könnte. Es gab viele Pläne. 1995 kam man auf die Idee die Gebäude an Praxen zu vermieten. Doch die Lage der Klinik war nicht zentral genug und der Zustand des Gemäuers alles andere als in Ordnung. Der Wasserturm war am schlimmsten betroffen. Man spielte mit dem Gedanken, den Turm abzureißen. Doch kaufte ein Ehepaar diesen Turm und sanierte ihn komplett. Diese wohnen auch heute noch in diesem Turm. Ein kleines Gebäude wurde ebenfalls wieder saniert. In diesem wohnt heute der Hausmeister, der sich immer noch etwas um das Gebäude kümmert. Seit 2001 wird das Gebäude durch einen Objektschutz bewacht. Auch die Marine hat ein Auge auf das Gelände. 

 

 

Der 2.Teil:

Aus dem Lazarett wird eine Klinik

 

 

 

Wir schreiben das Jahr 1947. Flensburg hat mehr Ärzte als andere Städte in dieser Größe und zwei Krankenhäuser. Die Diako und das Franziskus-Hospital. Doch haben beide Kliniken keine Kinderabteilung. Das Franziskus-Hospital hat zwar Kinder behandelt und aufgenommen, doch waren die Kinder mit Erwachsenen in einem Zimmer. Da das Lazarett der Marine in Flensburg nicht mehr benötigt wurde, hat man es samt Grundstück für 1 Million DM verkauft. Das Lazarett wurde umgehend umgebaut. Dieser Umbau hat fast 250.000 DM gekostet. So wurde zum Beispiel ein Bettenlift eingebaut, um die Patienten im Bett in die zahlreichen Etagen zu bringen. Die Klinik war Ende 1947 auf einen aktuellen Stand gebracht wurden und für die damalige Zeit sehr modern und geräumig. Die Klinik hatte ein sehr weites Einzugsgebiet, denn die nächsten Kinderkliniken lagen in Schleswig (nur kleine Station) in Husum und in Kiel. Somit war die Klinik sehr rentabel und praktisch. Die Ärzte waren super Ausgebildet und das Personal war ein spitzen Team. Anfang der 70er Jahre wurde die Klinik stark baufällig und viele Patienten blieben weg. Es wurde erneut viel Geld in das Gemäuer gesteckt, um mit den anderen Kliniken mithalten zu können. Trotzdem war das Image der Klinik immer stets schlecht. 1971 hat man viele Ärzte entlassen und neue Eingestellt, die für deutlich weniger Lohn gearbeitet haben. Der damalige Klinikchef ließ eine ganze Abteilung für Schulkinder außbauen, damit die Schulkinder beschult werden konnten. Viele wollten auf dem Grundstück eine rießen Spielanlage bauen lassen, doch fehlte hierfür einfach das Geld. Denn ende der 70er Jahre kam der große Schock für die Klinik. Der Statiker hatte festgestellt, dass das der Dachstuhl baufällig war. Und außerdem war der Brandschutz in der Klinik nicht mehr Aktuell. Kostenpunkt: min.15.000 EUR. Damals war nicht klar, wie dieser Betrag bezahlt werden sollte. Also ließ man nur den Brandschutz auf den aktuellen Stand bringen. Der Dachstuhl wurde nur notdürftig repariert, so dass der Statiker das Gebäude mit einer Befristung von maximal 10 Jahren freigab. Ansonsten erwirtschaftete die Klinik einen einigermaßen guten Umsatz und keiner hatte eine Ahnung, dass hier bald die Türen für immer geschloßen bleiben sollten. Die immer aufgeschobenen Renovierungen waren auch ein starker Grund für die Schließung. Entgegen vielen Meinungen im Internet wurde die Klinik nicht spontan geschloßen, sondern über Jahre geplant. Nähere Infos im 1. Artikel .

 

 

 

Weitere Infos folgen nächste Woche Freitag, am 21.06.2013

 

Achtung:

 

Jedes Betreten des Grundstückes ist nicht erlaubt! Es droht eine Haftstrafe von bis zu 3 Jahren. Ebenfalls ist das Gebäude einsturzgefährdet.